Files
ThreadNet-Web/docs/axion1337-fork.md
T

Ignoring revisions in .git-blame-ignore-revs. Click here to bypass and see the normal blame view.

217 lines
12 KiB
Markdown
Raw Normal View History

# ThreadNet-Web: Fork-Anpassungen für axion1337.chat
Dieses Dokument beschreibt alles, was dieser Fork gegenüber Upstream Element Web ändert. Der
Rest der `docs/`-Ordner-Dateien und das Root-`README.md` sind unverändertes Upstream-Material
und beschreiben absichtlich **nicht** diese Anpassungen - diese Datei ist der zentrale
Anlaufpunkt dafür.
## 1. Discord-Style Room-List (Call-Teilnehmer in der Raumliste)
Zeigt aktive Call-Teilnehmer direkt in der Raumliste an (ähnlich Discords Voice-Channel-UI),
statt nur einen generischen "Call läuft"-Indikator. Betroffene Komponenten:
`apps/web/src/room-list/RoomListItemView/RoomListItemView.tsx` und
`RoomListItemView.module.css` (vertikale Ausrichtung der Teilnehmer-Avatare).
## 2. Client-seitiges ClamAV-Content-Scanning (Issue #19-Erweiterung)
Der Server-seitige Content-Scanner (Synapse-Modul, siehe gitops-Repo
[`docs/deployment-guides/06-moderation-content-scanning.md`](https://rohana.axion1337.de/sorb/axion1337.chat-gitops/src/branch/main/docs/deployment-guides/06-moderation-content-scanning.md))
sieht bei Ende-zu-Ende-verschlüsselten Räumen nur Ciphertext - eine strukturelle Grenze, kein
Bug. Da dieser Client bereits geforkt wird, scannt er stattdessen selbst, auf beiden Seiten:
- **Senden** (`apps/web/src/ContentMessages.ts`, `uploadFile()`): liest die Datei als
ArrayBuffer, scannt sie über `scanContent()` **bevor** verschlüsselt/hochgeladen wird - der
Upload wird bei Treffer gar nicht erst gestartet.
- **Empfangen** (`apps/web/src/utils/DecryptFile.ts`, `decryptFile()`): scannt die
entschlüsselten Bytes direkt nach dem Entschlüsseln, bevor das Blob an die UI zurückgegeben
wird - schützt auch vor Dateien von unveränderten/fremden Matrix-Clients, die diesen Patch
nicht haben.
- Gemeinsame Scan-Logik: `apps/web/src/utils/ContentScanner.ts` - ruft den (im gitops-Repo
deployten) `clamav-http-scanner`-Dienst per `fetch("/_scan", ...)` auf, mit dem eigenen
Matrix-Access-Token als Bearer-Auth. Fail-open bei Netzwerk-/Scanner-Fehlern (blockiert
Uploads/Downloads nicht bei einem Ausfall des Scanners).
- Neuer Fehlertyp `ContentScanRejectedError`, verdrahtet durch die bestehenden
Fehler-Rendering-Pfade in `MImageBody.tsx`, `MAudioBody.tsx`, `VideoBodyViewModel.ts`,
`FileBodyViewModel.ts`.
- Live getestet inkl. Hostile-Sender-Simulation (Datei per rohem API-Call ohne diesen Patch
gesendet, Empfangs-Hook hat trotzdem geblockt).
### ⚠️ Bekannte Lücke: Electron/Desktop (Issue #2)
Dieser Fix ist bestätigt nur für den **Web-Client-Build** wirksam. Der Electron-Desktop-Client
bekommt ihn aktuell **nicht automatisch** - die CI-Workflow-Kette (`build_ew`-Job) checkt
weiterhin `element-hq/element-web` (Upstream) statt diesen Fork aus, und es ist kein GitHub-
Actions-Runner für dieses Repo registriert. Der aktuell veröffentlichte Desktop-Build
(`desktop-v1.12.17-clientscan` Release) wurde manuell gebaut, nicht automatisiert. Details und
Fix-Plan: [Issue #2](https://rohana.axion1337.de/sorb/ThreadNet-Web/issues/2).
## 3. Build-Fixes (historisch, Issue #12)
Zwei Bugs blockierten einen vollständigen `docker build` von Grund auf (mussten für den
Client-Scanning-Rebuild oben behoben werden): (1) mehrere Shell-Skripte waren mit Modus 644
statt 755 committet (nicht ausführbar); (2) der `matrix-js-sdk#develop`-Git-Ref-Pin in
`pnpm-lock.yaml` war veraltet (fehlte `src/oidc/authorize.ts`, das `apps/web` importiert).
Beide behoben.
## 4. Merge-Reibung: was ein Upstream-Update wirklich kostet
*Arbeitspaket 3 aus ThreadNet-Web#7. Gemessen am 2026-08-06, nicht geschätzt.*
### Die unangenehme Grundlage zuerst
**Dieses Repo enthält keine Upstream-Historie.** Am 2026-05-10 wurde ein kompletter
Element-Web-Baum importiert — in `3da3635`, zusammen mit dem ersten eigenen Feature im
selben Commit. Davor liegt nur ein `Initial commit` mit zwei Dateien.
⚠️ **Korrektur 2026-08-19: Der Import ist NICHT der Tag `v1.12.17`.** Gemessen nach
Aufnahme von `upstream` als zweitem Remote (management #0099, Schritt 2):
- `git diff v1.12.17 3da3635` ergibt **783 Dateien, +17443/10371** — weit mehr als
unser damaliges Feature.
- **115 Dateien existieren nur bei uns, 62 nur im Tag.** Darunter MVVM-Dateien wie
`apps/web/src/viewmodels/room/timeline/event-tile/body/TextualBodyViewModel.tsx` und
`packages/shared-components/src/core/roving/RovingTabIndex.tsx`: im Tag `v1.12.17`
**nicht vorhanden**, in `v1.12.26` und in unserem Import **vorhanden**.
- Der `CHANGELOG.md` unseres Imports endet bei 1.12.17 (2026-04-30) — er wird erst
beim Release fortgeschrieben.
Zusammen heißt das: Die Grundlage ist ein **`develop`-Stand nach dem 1.12.17-Release**
(1.12.18 erschien am 2026-05-12), nicht der Tag. Praktische Folge: **Ein Graft auf
`v1.12.17` wäre falsch** und würde jede künftige Zusammenführung auf eine erfundene
Ahnenreihe stellen. Wer den gemeinsamen Vorfahren nachträglich herstellen will, muss
den passenden `develop`-Commit suchen — das braucht die volle Upstream-Historie, ein
flacher Fetch der Tags genügt dafür nicht.
Daraus folgt das Wesentliche: **es gibt keinen gemeinsamen Vorfahren mit
`element-hq/element-web`.** Ein `git merge upstream/develop` ist nicht möglich; mit
`--allow-unrelated-histories` erzwungen, kollidiert praktisch jede Datei. Wer „mal
eben Upstream nachziehen" sagt, meint in diesem Repo also: neuen Upstream-Stand
beschaffen und unsere Änderungen darauf neu auftragen.
Das ist der Grund, warum die Zahl unten überhaupt zählt — sie ist der Aufwand jedes
Updates.
### Unser Delta: 102 Dateien, davon 12 kritische
`git diff --name-only 3da3635..main`:
| Menge | Bereich | Konfliktrisiko |
|---|---|---|
| 46 | CI/Build (`.github/`, `.gitlab-ci.yml`, `dockerbuild/`) | gering — eigene Strecke, Upstreams Workflows brauchen wir nicht |
| 22 | Config, Lockfiles, Upstream-Varianten | mittel — `pnpm-lock.yaml` konfliktet immer, wird aber regeneriert |
| 13 | Web-Assets (`apps/web/res/`) | gering — meist eigene Dateien |
| 4 + 3 | eigene Icons und `apps/desktop/axion1337/` | **keins** — kein Upstream-Pendant |
| **12** | **Upstream-Quellcode** | **hier entsteht die Arbeit** |
### Die 12 Dateien, und warum sie angefasst wurden
**Branding (5)** — flach, gut isolierbar:
- `apps/web/src/SdkConfig.ts` — Defaults für `brand`, `welcome_background_url`, `desktopBuilds`
- `apps/web/src/vector/index.html``<title>`, Favicon-Link, PWA-Namen
- `apps/web/src/async-components/structures/ErrorView.tsx` — Logo der Fehlerseite
- `apps/web/src/components/views/settings/tabs/user/HelpUserSettingsTab.tsx` — Attribution + Danksagung
- `apps/web/src/i18n/strings/en_EN.json` — einzelne Strings
**ClamAV-Client-Scanning (7)** — tief in der Medien-Pipeline:
- `apps/web/src/ContentMessages.ts`, `utils/ContentScanner.ts`, `utils/DecryptFile.ts`
- `apps/web/src/components/views/messages/MImageBody.tsx`, `MAudioBody.tsx`
- `apps/web/src/viewmodels/message-body/FileBodyViewModel.ts`, `VideoBodyViewModel.ts`
### Nicht der Umfang entscheidet, sondern die Art des Eingriffs
Gemessen in geänderten Zeilen nehmen sich beide Gruppen wenig: **ClamAV ~130 Zeilen,
Branding ~104**. Der größte Einzelpatch ist sogar Branding
(`HelpUserSettingsTab.tsx`, 71 Zeilen). Wer nur zählt, hält beide für gleich teuer.
Sie sind es nicht, und der Grund ist die Art des Eingriffs:
- **Branding-Patches stehen am Rand.** Ein zusätzlicher Default in `SdkConfig.ts`,
ein `<link>` im `<head>`, ein `<li>` in einer Settings-Liste. Wird die Datei
umgebaut, sieht man sofort, wo das eigene Stück wieder hin muss.
- **ClamAV-Patches stehen mittendrin** — in Entschlüsselungs- und Fehlerpfaden der
Medien-Pipeline, verschränkt mit Upstream-Logik. Ein geänderter Kontrollfluss
bedeutet nicht „Konflikt lösen", sondern „neu verstehen".
⚠️ **Und der eigentliche Haken: `viewmodels/`.** Element baut die Medien-Anzeige
gerade auf MVVM um (`docs/MVVM.md`; v1 ist dort bereits als deprecated markiert —
der Umbau läuft also schon in zweiter Runde). `FileBodyViewModel.ts` und
`VideoBodyViewModel.ts` gab es in älteren Ständen gar nicht. Unsere Änderung darin
ist mit je 6 Zeilen winzig — aber wenn Upstream diese Dateien verschiebt, umbenennt
oder auflöst, entsteht **kein Konflikt**: die Zeilen sind einfach weg, und Git meldet
nichts. Das ist gefährlicher als ein Konflikt, weil es stillschweigend passiert.
Praktische Folge: Nach einem Upstream-Update ist an ClamAV nicht die Merge-Ausgabe
maßgeblich, sondern ein **Funktionstest** — eine verschlüsselte Datei senden und eine
abgelehnte empfangen. Steht so auch in Abschnitt 2.
### Was daraus für künftige Änderungen folgt
1. **Erst prüfen, ob es die Konfiguration schon kann.** Auth-Logo, `logo_link_url`
und `brand` liefen ohne Rebuild über die ConfigMap; das Call-Widget wurde
vollständig über `VITE_PRODUCT_NAME` umbenannt, ohne eine einzige Quelldatei.
Jede so vermiedene Datei ist eine, die beim Update nicht kollidiert.
2. **Eigene Datei schlagen geänderte Datei.** `apps/desktop/axion1337/` und eigene
Assets kosten beim Merge nichts.
3. **Wenn Upstream-Code sein muss: einen Kommentar mit `ThreadNet-Fork:` und der
Begründung dazu.** Beim Neuauftragen auf einen neuen Stand ist die Frage nie
„was steht hier", sondern „warum stand das da" — und die beantwortet sonst
niemand mehr.
## Repo-Topologie (seit 2026-07-31)
**Kanonisch ist `git.lab/axion1337.chat/ThreadNet-Web`** (Homelab-GitLab, nur im Lab
auflösbar) — dort laufen Entwicklung und CI (`.gitlab-ci.yml`). Die Kopie auf
`rohana.axion1337.de/sorb/ThreadNet-Web` ist ein **Push-Mirror** (automatisch, GitLab →
Gitea) und dient als Lesekopie plus Standort für Issues, Container-Registry und Releases.
**Niemals direkt nach rohana pushen** — der Mirror überschreibt divergente Stände.
## Element Call anheben (`@sorb/threadnet-call-embedded`)
Das Call-Widget kommt als npm-Paket aus der **Gitea-Registry auf rohana**, nicht von
npmjs. `.npmrc` im Wurzelverzeichnis bindet den Scope fest:
```
@sorb:registry=https://rohana.axion1337.de/api/packages/sorb/npm/
```
Zum Anheben genügt damit der normale Weg — **kein Zusatzschritt, keine Umgebungsvariable**:
```sh
# Version in apps/web/package.json setzen, dann:
pnpm install --lockfile-only # Lockfile zieht die neue Tarball-URL von rohana
pnpm --dir apps/web build # NICHT --filter web: das endet mit exit 0, ohne zu bauen
```
Danach muss die Tarball-URL im `pnpm-lock.yaml` auf `rohana.axion1337.de` zeigen. Tut sie
das nicht, ist die `.npmrc` verlorengegangen: **ohne sie löst pnpm gegen npmjs auf**, und
das geht heute nur deshalb laut aus (404), weil der Name `@sorb` dort noch frei ist —
verlässt man sich darauf, ist es ein *dependency-confusion*-Weg. Siehe management#0055.
Vor dem Anheben liegt das Paket erst dann in der Registry, wenn in `threadnet-call` der
manuelle Job `publish_npm` gelaufen ist — der ist bewusst manuell und wird von sorb
ausgelöst.
## Upstream als zweiter Remote (seit 2026-08-19)
Der Remote ist **lokale Konfiguration**, er wird nicht mitcommittet. Wer den Vergleich
braucht, richtet ihn einmal ein:
```sh
git remote add upstream https://github.com/element-hq/element-web.git
git fetch --depth=1 upstream tag v1.12.26 # aktueller Stand
git fetch --depth=1 upstream tag v1.12.17 # zum Vergleich
```
Damit lässt sich ein Update **als Diff betrachten**, statt Dateien blind zu kopieren —
zum Beispiel für die zwölf Dateien, die wir angefasst haben:
```sh
git diff v1.12.26 main -- apps/web/src/... # unser Delta gegen Upstream
git diff v1.12.17 v1.12.26 -- <datei> # was Upstream seither geaendert hat
```
⚠️ Ein flacher Fetch liefert **keine Historie**: `git merge-base`, `git log` über
Upstream und ein Graft-Versuch brauchen `git fetch upstream` ohne `--depth`.