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management/docs/issues/0104-daueralarme-melden-nichts-mehr.md
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type: issue
id: "0104"
status: done
created: 2026-08-18
milestone: M1
priority: high
area: infrastructure
related:
- "docs/issues/0031-stillstandspruefung-gitea-token-und-authentik.md"
- "docs/issues/0053-historien-durchgang-nicht-kanonische-commits.md"
gitlab_iid: "41"
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# Alle geplanten Prüfungen sind dauerhaft rot — damit meldet keine mehr etwas
> Aufgefallen 2026-08-18 bei der Frage nach der Produktionsreife. Der auslösende
> Einzelfall ist behoben; dieses Issue führt das Muster dahinter.
## Befund
Die Plattform hat drei geplante Prüfungen, und ihr Alarmprinzip steht ausdrücklich
in AGENTS.md: *„Seine rote Pipeline **ist** der Alarm — es gibt bewusst keinen
zweiten Meldeweg."* Gemessen am 2026-08-18:
| Prüfung | Zeitplan | Zustand | Grund |
|---|---|---|---|
| `canonize_rotation` (gitops) | täglich 05:17 | **war 9 Tage rot** (09.18.08.) | liegengebliebener Rotationszweig, behoben `14cf931`/`ccf0460` |
| `gruppenpruefung` (management) | täglich 00:42 | **rot, täglich** | 20 Befunde, davon 17 bewusst vertagt (#0053) |
| `stillstandspruefung` (management) | täglich 00:42 | **rot, täglich** | `GITEA_TOKEN` fehlt → Abbruch (#0031) |
Die management-Pipeline ist nachweislich seit mindestens dem 12.08. **jeden Tag**
rot. Keine dieser Prüfungen kann derzeit etwas Neues melden: Rot ist ihr
Normalzustand.
## Warum das die schwerste Klasse ist
Der `canonize_rotation`-Fall ist der Beweis, nicht die Anekdote. Neun Tage lang
scheiterte der Job an einem Merge-Konflikt, der ausgerechnet `coturn-secret.yaml`,
`synapse-turn-secret.yaml` und `element-server-suite.yaml` betraf — und **niemand
hat es bemerkt**, weil ein weiteres rotes Kreuz neben den anderen nicht auffällt.
Gefunden wurde es nur, weil jemand aus einem anderen Anlass hinsah. Genau das ist
die `mrtc`-Lehre, nur an anderer Stelle: Der Zustand war die ganze Zeit sichtbar
und trotzdem unsichtbar.
Ein Alarm, der immer schrillt, ist kein Alarm. Die Regel „rote Pipeline = Alarm"
funktioniert nur, solange Grün der Normalfall ist — und das ist derzeit bei keiner
der drei Prüfungen so.
## Zu entscheiden
Die eigentliche Frage ist, **wie „bekannt und vertagt" von „neu" unterschieden
wird**, ohne dass Vertagtes den Kanal verstopft:
1. **Bekannte Befunde quittieren.** Die Prüfungen bekommen eine gepflegte Liste
akzeptierter Befunde (nach Muster von `sha_ausnahmen.tsv`); quittierte Befunde
erscheinen weiterhin im Log, färben aber nicht rot. Rot wird, was **nicht** auf
der Liste steht. Vorteil: Grün ist wieder erreichbar und bedeutet etwas.
Risiko: eine Ausnahmeliste, die niemand aufräumt, ist die nächste Blindstelle —
sie braucht ein Verfallsdatum je Eintrag.
2. **Vertagtes wegräumen statt quittieren.** #0053 abarbeiten und #0031 mit Tokens
versorgen, dann sind beide Prüfungen von selbst grün. Ehrlicher, aber es macht
die Alarmfähigkeit von Aufräumarbeit abhängig, die bewusst niedrige Priorität
hat.
3. **Beides:** #0031 sofort (kleiner Aufwand, siehe dort), #0053 quittiert mit
Verfallsdatum bis zum Historien-Durchgang.
Empfehlung: **3.** Er stellt Grün kurzfristig her, ohne eine Entscheidung
vorwegzunehmen, die zu #0053 gehört.
## Acceptance
- Alle drei geplanten Prüfungen laufen an einem gewöhnlichen Tag **grün** durch.
- Ein *neu* eingeführter Befund färbt nachweislich rot — an einem absichtlich
erzeugten Beispiel gezeigt, nicht abgeleitet.
- Quittierte Befunde bleiben im Log sichtbar und tragen einen Grund plus ein Datum,
ab dem sie wieder rot färben.
- In AGENTS.md steht neben „die rote Pipeline ist der Alarm" die Bedingung, unter
der das gilt: dass Grün der Normalzustand ist.
## Bereits erledigt
`canonize_rotation` ist grün (2026-08-18). Zwei Befunde dabei, beide behoben und
hier festgehalten, weil sie dieselbe Klasse betreffen:
- Ein überholter Rotationszweig ließ den Job konfliktieren statt ihn zu
überspringen. Die Fehlermeldung riet zum Auflösen von Hand — was das
TURN-Shared-Secret hätte zurückdrehen können, womit Synapse und coturn uneins
und TURN tot gewesen wäre.
- `git fetch` lief ohne `--prune`, der Runner recycelt seinen Workspace: Nach dem
Löschen des Zweigs auf **beiden** Remotes meldete der Job ihn weiter. Löschen
wäre also gar kein Ausweg aus dem Dauer-Rot gewesen — live beobachtet an
Pipeline 492.
## Umsetzung 2026-08-18 — Quittierungsliste gebaut (Weg 3)
Entscheidung sorb: Weg 3. Umgesetzt als `scripts/quittungen.py` plus
`scripts/befund_quittungen.tsv`, eingehängt in **beide** geplanten Prüfungen.
**Wirkung, gemessen:** gruppenpruefung von 20 offenen Befunden auf **0** (20
quittiert), stillstandspruefung von 5 auf **0**. `canonize_rotation` war bereits
grün.
**Die drei Regeln gegen die eigene Blindstelle** — der naheliegende Einwand gegen
Quittierungslisten überhaupt:
- Jede Zeile braucht eine **Frist**. Läuft sie ab, quittiert sie nicht mehr und
meldet sich; der Befund zählt wieder.
- **„Dauerhaft" ist nur als ADR-Verweis formulierbar.** Eine dauerhafte Ausnahme
ohne Entscheidungs-Record ist laut AGENTS.md ohnehin ein Fehler — hier lässt sie
sich nicht einmal hinschreiben.
- Eine Zeile, auf die **kein Befund mehr passt**, meldet sich selbst zum Entfernen.
**Die #0053-Befunde sind einzeln nach SHA quittiert**, nicht per Sammelmuster. Ein
Muster wie `: Echtzeit-Stempel` wäre eine Zeile statt siebzehn gewesen und hätte
jeden künftigen Verstoß mitverschluckt — genau die Blindstelle, gegen die das hier
gebaut ist. Nebeneffekt: Nach dem Historien-Rewrite passen sie auf nichts mehr und
melden sich.
**Ein Konstruktionsfehler unterwegs**, hier notiert weil er sich wiederholen kann:
Die erste Fassung hatte eine gemeinsame Liste ohne Geltungsbereich — jede Prüfung
meldete daraufhin die Einträge der anderen als wirkungslos. Behoben durch die
Spalte `pruefung`.
### Acceptance-Stand
| Kriterium | Stand |
|---|---|
| Alle drei Prüfungen laufen grün durch | ✅ Pipeline 540 |
| Ein *neu* eingeführter Befund färbt nachweislich rot | ✅ am Beispiel gezeigt, nicht abgeleitet |
| Quittiertes bleibt sichtbar, mit Grund und Datum | ✅ |
| Bedingung in AGENTS.md ergänzen | ✅ mit sorbs Zustimmung 2026-08-19; im Projektabschnitt, die neckbeard-Baseline bleibt byte-treu |
| Prozessentscheidung als ADR festgehalten | ✅ [ADR-0020](../adr/0020-bekannte-befunde-quittieren.md) |
Der letzte Punkt bleibt bewusst liegen: Änderungen an AGENTS.md werden nur mit
sorb abgestimmt. Vorschlag für die Ergänzung neben „die rote Pipeline ist der
Alarm": *„Das gilt nur, solange Grün der Normalzustand ist. Bekanntes wird
quittiert (`scripts/befund_quittungen.tsv`), nicht toleriert — eine Prüfung, die
dauerhaft rot steht, meldet nichts mehr."*
### Nachzug am selben Tag — zwei Befunde, die der erste Lauf zeigte
**1. Ein Befundtext ändert sich, wenn man die Ursache anfasst.** Das Abschalten des
`wiki`-Mirrors (#0105) verwandelte `Mirror wiki: Gegenseite nicht lesbar` in
`wiki: kein aktiver Push-Mirror` — die Quittung greift über Teilzeichenketten und
passte nicht mehr. Nachgetragen. Das ist kein Fehler des Verfahrens, sondern seine
Kehrseite: Textbindung ist der Preis für eine Liste, die man ohne Spezialwissen
lesen kann. Wer eine Ursache behebt oder verschiebt, muss die Quittung nachziehen —
sonst färbt es zu Recht rot.
**2. Ein flüchtiger Befund, der bewusst NICHT quittiert wird.**
`Mirror management auseinander` erscheint bei jedem Lauf, der kurz nach einem Push
startet, weil der Spiegel ein paar Minuten nachhinkt. Verlockend zu quittieren —
und genau falsch: Dieselbe Meldung ist der einzige Hinweis, wenn ein Spiegel
*wirklich* stehenbleibt (MIRROR-01, #0028). Sie bleibt scharf; ein Lauf unmittelbar
nach einem Push ist eben kurz rot.
## Erledigt 2026-08-19 — alle drei Prüfungen grün
| Prüfung | Stand |
|---|---|
| `canonize_rotation` (gitops) | ✅ grün seit dem 2026-08-18 |
| `gruppenpruefung` (management) | ✅ 0 offene Befunde, 20 quittiert |
| `stillstandspruefung` (management) | ✅ „Keine offenen Befunde", 6 quittiert |
Pipeline 540, beide Jobs `success`. **Grün ist wieder der Normalzustand** — womit die
Regel aus AGENTS.md („die rote Pipeline ist der Alarm") wieder trägt.
**Der Weg dahin ging zweimal über die Ursache statt über eine Quittung**, und das ist
der eigentliche Ertrag:
- `gitops` hatte **keinen `workflow`-Block** und legte deshalb Pipelines auch dann an,
wenn kein Job auf sie passte — rot ohne Fehler (Pipeline 518). Behoben in `1e65f5b`;
`management` hatte dieselbe Lücke für API-Trigger und wurde in `cc3c430` vorbeugend
mitgeschlossen.
- Nur **eine** Sache ist quittiert, weil sie sich nicht beheben lässt: Pipeline 518
existiert in der Historie, und die Prüfung schaut acht Tage zurück. Frist
**2026-08-28**, läuft also mit dem Prüffenster aus. Färbt es danach weiter rot, war
der Fix unvollständig — und die Prüfung sagt es von selbst.
Von 25 offenen Befunden am Morgen auf **null**, ohne dass ein einziger davon
verschwiegen wurde: 26 stehen als Quittung mit Grund und Frist im Log.
**Alle vier Abnahmekriterien erfüllt** (siehe Tabelle oben, plus ADR-0020 und der
AGENTS.md-Zusatz).