docs(adr): 0011 - reject localpart collisions in provisioning

Records on_conflict: fail as standing policy (identity provisioning never links
a new upstream identity to an existing local account), the residual prompt-stage
uniqueness check, and the SOPS-secret-needs-restart rule. Decided by sorb.
This commit is contained in:
Thore Cimbal
2026-08-11 12:00:00 +00:00
parent be92ab180d
commit dbc309dfd6
@@ -0,0 +1,59 @@
# 0011 — Provisionierung verweigert Localpart-Kollisionen, statt an bestehende Konten zu verknüpfen
**Status:** akzeptiert · **Datum:** 2026-08-11 · **Entscheider:** sorb
## Kontext
Der MAS-Upstream-Provider für Authentik stand auf
`claims_imports.localpart.on_conflict: add`. MAS-Semantik: Kollidiert der aus dem
Authentik-Claim abgeleitete Localpart mit einem **bestehenden** Matrix-Konto,
verknüpft MAS die neue Upstream-Identität mit diesem Konto — ohne Abbruch, ohne
Warnung. Authentiks eigene Benutzernamen-Eindeutigkeit fängt das nicht ab: sie
gilt nur innerhalb von Authentik und ist case-sensitive (`boje` neben `Boje` ging
live durch). Folge: Ein Inhaber eines Einladungstokens konnte einen (auch nur in
der Schreibweise abweichenden) Namen eines bestehenden Kontos registrieren und
würde beim ersten Login in dessen Konto verknüpft — inklusive Dienstkonten ohne
Upstream-Link (`draupnir`, `alerts`, `maintenance-notify`). Das ist ein
Kontoübernahme-Vektor, entdeckt am 2026-08-11 beim Anlegen eines Testkontos
([gitops#61](https://git.lab/axion1337.chat/axion1337.chat-gitops/-/issues/61)).
## Entscheidung
**Identitäts-Provisionierung verknüpft eine neue Upstream-Identität niemals mit
einem bereits bestehenden lokalen Konto.** Konkret: `on_conflict: fail` im
`claims_imports.localpart`-Block des MAS-Upstream-Providers
(`gitops/apps/production/custom-configs/mas-secret.yaml`). Ein kollidierender
Localpart bricht die Provisionierung ab. Dies ist ab jetzt stehende Regel, nicht
nur der aktuelle Wert — jede künftige Änderung an diesem Verhalten braucht ein
ablösendes ADR.
## Konsequenzen
- **Besser:** Der Übernahme-Weg ist geschlossen. Bestehende Konten (besonders die
ohne Upstream-Link) können nicht mehr durch eine kollidierende Neuregistrierung
gekapert werden. Bestehende, korrekte Verknüpfungen bleiben unberührt.
- **In Kauf genommen:** Ein Nutzer, der einen bereits vergebenen Namen wählt,
erhält die Fehlermeldung erst **beim Login** (wenn MAS provisioniert), nicht
schon bei der Registrierung in Authentik. Das ist eine schlechtere UX, aber kein
Sicherheitsproblem.
- **Jetzt Pflicht:**
- Als offene Härtung eine **case-insensitive Eindeutigkeitsprüfung im
`matrix-invitation`-Prompt-Stage**, damit die Kollision schon bei der
Registrierung sichtbar wird (verfolgt in gitops#61).
- **Nach jeder Änderung an einem SOPS-verwalteten Values-Secret den
konsumierenden Dienst per `rollout restart` neu ausrollen und verifizieren**,
dass der Pod jünger als die Änderung ist. Beim Ausrollen dieses Fixes lief
MAS noch mit der alten Config im Speicher, obwohl das Secret bereits `fail`
zeigte — „committet" ≠ „deployed" ≠ „aktiv" (MAS liest Config nur beim Start).
## Verworfene Alternativen
- **`on_conflict: add` belassen und allein auf Authentiks Eindeutigkeit
vertrauen** — verworfen: die greift nur innerhalb Authentiks und
case-sensitive, deckt Kollisionen mit vorbestehenden Matrix-Konten also nicht ab.
- **Nur den Prompt-Stage-Check bauen, MAS auf `add` lassen** — verworfen: der
Client-seitige Check ist umgehbar (direkter Flow-Aufruf), der MAS-seitige
Abbruch ist die eigentliche Sicherheitsgrenze. Der Prompt-Check ist die
UX-Ergänzung, nicht der Schutz.
- **Betroffene Dienstkonten einfach mit Upstream-Links versehen** — verworfen:
behandelt nur das Symptom für heute bekannte Konten, nicht den Mechanismus.