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management/docs/issues/0099-threadnet-web-12-upstream-sicherheitsfixes-lassen-sich-nicht-m.md
T
Thore Cimbal 1874ddfa92 docs(issues): #0099 step 3 - the graft holds and turns twelve patches into four
With the full upstream history the common ancestor could be searched rather than
guessed: measuring tree distance, not dates, over every develop commit in the import
window. deadd548 from 2026-05-08 wins with 43 differing files against 783 for the tag
we wrongly assumed. Thirty-one of those are mode-only, the historical import bug, and
the content remainder is precisely our own Discord feature plus LICENSE and CHANGELOG.

Tested in a throwaway clone rather than asserted: without the graft there is no
merge-base, with it deadd548 becomes one, and merging three months of develop yields
32 conflicting files. Only four are source, and they are exactly our patches - the
rest are GitHub workflows we do not use and the lockfile.

One intermediate result was worthless and nearly passed as success: merging v1.12.26
reported zero conflicts while not running at all, because the tag was fetched shallow
and carries a single commit. Checking MERGE_HEAD is what caught it.

The real gain is not the number. The issue warns that if Element moves a viewmodels
file during the MVVM rework, our lines vanish without a conflict and git says nothing.
With a genuine ancestor, git says something.

Adopting this is ADR-worthy either way - a shared replace ref or a one-time unrelated-
histories merge - so the decision stays with sorb.
2026-08-19 12:00:00 +00:00

12 KiB
Raw Blame History

type, id, status, created, milestone, priority, projekt, gitlab_iid, related
type id status created milestone priority projekt gitlab_iid related
issue 0099 open 2026-08-06 M1 medium threadnet-web 12

Upstream-Sicherheitsfixes lassen sich nicht mergen — kein gemeinsamer Vorfahre

Adoptiert aus threadnet-web#12 (2026-08-18, ADR-0019). Kommentare und Verlauf bleiben dort; kanonisch ist ab jetzt diese Datei.

Am 2026-08-06 gemessen (docs/axion1337-fork.md, Abschnitt 4): Dieses Repo hat keine Upstream-Historie. Element Web 1.12.17 kam am 2026-05-10 als kompletter Baum herein — in 3da3635, im selben Commit wie das erste eigene Feature.

Damit gibt es keinen gemeinsamen Vorfahren mit element-hq/element-web. git merge upstream/develop ist nicht möglich; erzwungen kollidiert praktisch jede Datei.

Warum das ein Sicherheitsthema ist, kein Build-Thema

Element veröffentlicht Sicherheitsfixes als neue Version. Bei einem normalen Fork zieht man sie mit einem Merge. Bei uns bedeutet dasselbe: neuen Upstream-Stand beschaffen und unsere 12 Patches von Hand neu auftragen — davon sieben in der Medien-Pipeline, wo Element gerade auf MVVM umbaut.

Das ergibt eine unangenehme Kette mit gitops#22 (Advisory-Monitoring): Wir würden von einer Lücke erfahren und wären trotzdem langsam. Die Zeitspanne zwischen „bekannt" und „gepatcht" ist das, was zählt — und sie ist hier strukturell zu lang.

⚠️ Verschärfend: Verschiebt Element beim MVVM-Umbau eine der viewmodels/-Dateien, entsteht kein Konflikt — unsere Zeilen sind schlicht weg, und Git meldet nichts.

Was zu tun ist

  1. Zuerst messen, nicht bauen: Auf welchem Stand ist Upstream inzwischen, und sind seit 1.12.17 Sicherheitsfixes für Element Web erschienen? Das beantwortet, ob das dringend ist oder Vorsorge.
  2. element-hq/element-web als zweiten Remote aufnehmen und den Tag von 1.12.17 holen. Damit lässt sich ein Update wenigstens als Diff betrachten, statt blind zu kopieren.
  3. Prüfen, ob sich ein gemeinsamer Vorfahre nachträglich herstellen lässt — ein Graft/Replace des Import-Commits auf den passenden Upstream-Tag. Wenn das trägt, sind künftige Updates wieder ein Merge.
  4. Falls nicht: einen Ablauf schreiben, wie unsere 12 Patches auf einen neuen Stand aufgetragen werden — mit dem Funktionstest für ClamAV als Abnahme (verschlüsselte Datei senden, abgelehnte empfangen).

Zusammenhang: gitops#22 (Advisory-Monitoring) ist die Erkennung, dieses Issue die Reaktionsfähigkeit. Das eine nützt wenig ohne das andere.

Gefunden am 2026-08-06 beim Vermessen der Merge-Reibung (Arbeitspaket 3 aus #7).

Schritt 1 beantwortet 2026-08-19 — es ist keine Vorsorge mehr

Das Issue verlangt ausdrücklich „zuerst messen, nicht bauen". Gemessen:

Wir sind neun Veröffentlichungen zurück. Import war Element Web 1.12.17 (2026-05-10); Upstream steht bei v1.12.26 (2026-08-18).

Und es gibt eine offene Sicherheitsmeldung, die uns betrifft:

Advisory GHSA-wrcp-5v3v-3j6v
veröffentlicht 2026-07-20 (vier Wochen offen)
Einstufung medium
Inhalt Ein bösartiger Homeserver kann über die Startseite HTML in Element Web einschleusen
betroffen < v1.12.22 — wir laufen 1.12.17

Die übrigen fünf Advisories im Projekt betreffen ältere Stände (≤ 1.11.x) und damit nicht uns.

Einordnung — real, aber schmal

Der Angriff setzt voraus, dass der Client auf einen bösartigen Homeserver zeigt. Unsere Nutzer verwenden ihn gegen den eigenen Server, und Föderation ist seit ADR-0021 geschlossen.

Aber die Voraussetzung ist erreichbar: disable_custom_urls ist in element-values.yaml nicht gesetzt, Element erlaubt damit standardmäßig die Eingabe eines beliebigen Homeservers — und die Desktop-Builds werden verteilt. Wer sich mit unserem Client woanders anmeldet, ist ungeschützt.

Was daraus folgt

Die Antwort auf „dringend oder Vorsorge" lautet: weder Panik noch Vorsorge, sondern überfällig. Ein Fork ohne Merge-Weg hat vier Wochen gebraucht, um eine bekannte Lücke nicht zu schließen — genau die Zeitspanne, die dieses Issue als das eigentliche Problem benennt.

Sofort möglich, unabhängig vom Merge-Problem: disable_custom_urls: true setzen. Das nimmt dem Advisory für unsere Nutzer die Voraussetzung, kostet eine Zeile und berührt die Fork-Frage nicht. Ob fremde Homeserver überhaupt erlaubt sein sollen, ist ohnehin eine eigene Entscheidung — bei geschlossener Föderation liegt „nein" nahe.

Schritte 24 (Upstream als Remote, Graft-Versuch, Patch-Auftragsverfahren) bleiben offen; sie sind der eigentliche Umfang dieses Issues.

Teilmaßnahme 2026-08-19 — disable_custom_urls an beiden Stellen

Entscheidung sorb. Gesetzt in zwei Dateien, nicht in einer:

Ort Datei Commit wirksam
Web-Client gitops:apps/production/custom-configs/element-values.yaml d809b3f mit dem Flux-Abgleich (Element liest config.json beim Laden)
Desktop-Client ThreadNet-Web:apps/desktop/axion1337/config.json e1e9a19 erst mit dem nächsten Desktop-Build

Die zweite Stelle wäre fast durchgerutscht: Der Desktop-Client lädt seine eigene config.json, nicht die des Web-Deployments — derselbe Fallstrick wie beim Themes-Rollout. Eine Änderung nur in element-values.yaml hätte den Web-Client abgesichert und genau die Builds unberührt gelassen, die verteilt werden.

Was sie bewirkt — und was nicht

Im Code unserer Fassung nachgelesen, nicht angenommen:

  • ServerPicker.tsx: Der „Bearbeiten"-Knopf am Servernamen wird nicht gerendert. Über die Oberfläche ist der Homeserver damit nicht mehr wechselbar.
  • ErrorUtils.tsx: Bei 401/403 benennt die Fehlermeldung den Server, statt generisch zu bleiben — kleiner Nebengewinn für den Alltag.

⚠️ Es ist eine Oberflächen-Sperre, keine technische. MatrixChat.tsx übernimmt hs_url weiterhin aus der URL — in zwei Registrierungs-Flüssen (mobile Registrierung, Bestätigungslink) und ohne disable_custom_urls zu prüfen. Ein präparierter Link bleibt davon unberührt.

Für GHSA-wrcp-5v3v-3j6v heißt das: Der bequeme, sichtbare Weg zu einem fremden Homeserver ist weg, alle Wege sind es nicht. Die Maßnahme senkt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand versehentlich oder auf Zuruf woanders landet — sie ist kein Ersatz für das Upstream-Update. Das bleibt Schritt 24 dieses Issues.

Schritt 2 erledigt 2026-08-19 — und er widerlegt eine Annahme des Issues

upstream (element-hq/element-web) ist als zweiter Remote eingerichtet, v1.12.17 und v1.12.26 sind flach geholt. Der Remote ist lokale Konfiguration und wird nicht mitcommittet; die Einrichtung steht jetzt in ThreadNet-Web:docs/axion1337-fork.md (Commit fa5dcc5).

Der Import ist NICHT der Tag v1.12.17

Das Issue und die Fork-Doku behaupteten beide, „Element Web 1.12.17 kam am 2026-05-10 als kompletter Baum herein". Die erste Messung mit dem neuen Remote widerspricht dem:

Messung Ergebnis
git diff --stat v1.12.17 3da3635 783 Dateien, +17443 / 10371
nur bei uns vorhanden 115 Dateien
nur im Tag vorhanden 62 Dateien

Entscheidend sind zwei davon, weil sie datieren: apps/web/src/viewmodels/room/timeline/event-tile/body/TextualBodyViewModel.tsx und packages/shared-components/src/core/roving/RovingTabIndex.tsx — im Tag v1.12.17 nicht vorhanden, in v1.12.26 und in unserem Import vorhanden. Der CHANGELOG.md unseres Imports endet bei 1.12.17 (2026-04-30), weil er erst beim Release fortgeschrieben wird.

Die Grundlage ist also ein develop-Stand nach dem 1.12.17-Release (1.12.18 kam am 2026-05-12), nicht der Tag. Ausgerechnet MVVM-Dateien belegen es — der Bereich, vor dem dieses Issue ohnehin warnt.

Folge für Schritt 3

Ein Graft auf v1.12.17 wäre falsch. Er würde jede künftige Zusammenführung auf eine erfundene Ahnenreihe stellen und Konflikte an Stellen erzeugen, wo keine sind — oder schlimmer: keine erzeugen, wo welche gehören. Wer den gemeinsamen Vorfahren nachträglich herstellen will, muss den passenden develop-Commit finden. Das braucht die volle Upstream-Historie; ein flacher Tag-Fetch reicht dafür nicht.

Schritt 3 bleibt damit offen, aber er hat jetzt eine tragfähige Fragestellung statt einer falschen Zielmarke.

Unverändert: die Advisory-Bewertung

Der Basisstand liegt zwischen 1.12.17 und 1.12.18 und damit klar unter 1.12.22 — GHSA-wrcp-5v3v-3j6v trifft uns weiterhin. Die Korrektur ändert die Dringlichkeit nicht, nur den Weg dorthin.

Schritt 3 beantwortet 2026-08-19 — der Graft trägt, und er halbiert das Problem

Volle Upstream-Historie geholt (70.330 Commits, .git wächst von 87 MB auf 603 MB). Damit ließ sich der gesuchte gemeinsame Vorfahre suchen statt raten.

Die Basis ist deadd548 vom 2026-05-08

Verfahren: für jeden develop-Commit im Fenster 25.04.16.05. die Zahl der gegen unseren Import abweichenden Dateien messen — der Basis-Commit ist das Minimum. Gemessen wurde der Baum, nicht das Datum.

Ergebnis: deadd548 („Update storybook", #33437) mit 43 abweichenden Dateien — gegenüber 783 beim fälschlich angenommenen Tag v1.12.17. Und diese 43 zerfallen sauber:

Art Anzahl Was es ist
nur Modus (755 → 644) 31 der Import-Bug, den die Fork-Doku als historisch beschreibt
echte Inhaltsänderung 12 davon 5 + 1 Test = unser Discord-Feature, dazu LICENSE und CHANGELOG.md
Hinzufügungen 2 unsere Feature-Dateien

Der inhaltliche Rest ist also genau das, was wir damals selbst geändert haben. Damit ist deadd548 der Stand, aus dem der Fork genommen wurde.

Der Graft wurde getestet, nicht behauptet

In einem Wegwerf-Klon (Produktions-Repo unberührt, danach entfernt):

vor dem Graft git merge-base main upstream/developleer
nach git replace --graft 3da3635 deadd548 gemeinsamer Vorfahre deadd548
git merge upstream/develop läuft durch, 32 konfliktbehaftete Dateien

⚠️ Ein Zwischenergebnis war wertlos und wäre fast als Erfolg durchgegangen: Der erste Merge-Versuch gegen v1.12.26 meldete „0 Konflikte" — er war aber gar nicht gelaufen („refusing to merge unrelated histories"), weil der Tag flach geholt war und nur einen einzigen Commit trägt. Erst die Gegenprobe auf MERGE_HEAD deckte das auf.

Was die 32 Konflikte sind

Nur vier sind Quellcode — und es sind genau unsere Patches: MImageBody.tsx, MAudioBody.tsx (ClamAV), SdkConfig.ts (Branding), RoomListItemViewModel.ts (Discord-Feature). Der Rest sind .github/workflows/* (die Fork-Doku führt sie als „gering — eigene Strecke") und pnpm-lock.yaml, das ohnehin regeneriert wird.

Was das ändert

Aus „neuen Upstream-Baum beschaffen und zwölf Patches von Hand neu auftragen" wird „vier Quellcode-Konflikte in einem normalen Drei-Wege-Merge lösen".

Wichtiger noch ist die stille Gefahr, die verschwindet. Das Issue warnt: „Verschiebt Element beim MVVM-Umbau eine der viewmodels/-Dateien, entsteht kein Konflikt — unsere Zeilen sind schlicht weg, und Git meldet nichts." Mit echtem gemeinsamem Vorfahren meldet Git es. Das ist der eigentliche Gewinn, nicht die Zahl.

Entscheidung, die noch aussteht

Der Graft ist eine lokale Ersetzung (refs/replace/*). Damit alle davon haben, müsste er mitgeliefert werden — git push origin 'refs/replace/*' und ein Hinweis in der Doku, dass Klone git fetch origin 'refs/replace/*:refs/replace/*' brauchen. Alternative: kein Graft, sondern beim nächsten Update einmalig einen echten Merge-Commit mit --allow-unrelated-histories bauen und ab dann normal weitermergen.

Beides ändert die Historie-Wahrnehmung des Repos dauerhaft und ist damit ADR-pflichtig. Entscheidung sorb steht aus; Schritt 4 (Auftragsverfahren für die Patches) wird bei Weg 1 oder 2 weitgehend gegenstandslos.