sorb's decision after the prototype: integrate DeepFilterNet3 as a LiveKit track processor, off by default, assets fetched only when the user enables it, checkbox plus slider, 35 percent default. Opt-in is what makes the 23.3 MB affordable — only those who benefit pay for it. Three of the source specification's assumptions did not survive measurement and are recorded as rejected alternatives: the dry/wet mixer (the model limits attenuation natively, and mixing raw signal back would return the keystrokes), the Rust/wasm build (a maintained package makes it unnecessary), and loading assets from the vendor CDN (every participant's IP to a third party at call start). Mobile stays untested by choice; since the filter is opt-in it simply stays off on weak devices, so that is a follow-up rather than a blocker. Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 <noreply@anthropic.com>
5.3 KiB
type, id, status, date, supersedes, superseded_by, related
| type | id | status | date | supersedes | superseded_by | related | |
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| adr | 0018 | accepted | 2026-08-15 | null | null |
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0018 — KI-Geräuschunterdrückung in threadnet-call: client-seitig, opt-in, selbst ausgeliefert
Status: akzeptiert · Datum: 2026-08-15 · Entscheider: sorb
Kontext
Der WebRTC-Standardfilter (noiseSuppression) schätzt ein laufendes Rauschprofil und ist
damit auf stationäre Störungen ausgelegt. Transiente Geräusche — Tastaturanschläge —
erkennt er nicht als Störung; sie werden mitübertragen. Betroffen sind ausdrücklich auch
leise Chiclet-Tastaturen, nicht nur mechanische. Push-to-Talk als Ausweg wurde verworfen
(„inakzeptabel", sorb).
threadnet-call:docs/axion1337-fork.md §5 hatte ML-Rauschunterdrückung bereits einmal
verworfen — allerdings server-seitig (LiveKit Agents), weil es dort keinen unterstützten
Weg gibt, bereinigtes Audio an andere Teilnehmer weiterzureichen. Client-seitig greift dieser
Einwand nicht; diese ADR widerspricht der damaligen Entscheidung also nicht, sondern setzt sie
fort.
Eine externe Architekturspezifikation empfahl DeepFilterNet3 via WebAssembly. Statt sie zu übernehmen, wurde ein Wegwerf-Prototyp gebaut und gemessen (#0054). Das hat drei ihrer Kernannahmen korrigiert und die Entscheidungsgrundlage von Schätzung auf Messung gestellt.
Entscheidung
DeepFilterNet3 wird client-seitig integriert — opt-in, nachgeladen, selbst ausgeliefert.
- Modell: DeepFilterNet3 über
deepfilternet3-noise-filter(Apache-2.0 ODER MIT) als LiveKit-TrackProcessor. Nicht RNNoise: es ist zwar zehnmal kleiner, aber bei Transienten deutlich schwächer — genau dem Fall, um den es hier geht. - Opt-in mit Nachladen. Standard AUS. Die Assets (23,3 MB) werden erst beim Einschalten geladen. Damit zahlt nur, wer profitiert — das Größenargument entfällt für alle anderen.
- Bedienung: Checkbox zum Aktivieren plus Regler für die Stärke.
- Standardwert 35 %, nicht 100 %. Gemessen reicht gut ein Drittel für „Tastatur weg und Stimme natürlich"; weniger Dämpfung heißt weniger Artefaktrisiko.
- Regelung über den Modellparameter (
setSuppressionLevel/atten_lim), nicht über einen Dry/Wet-Mix. - Assets werden selbst ausgeliefert. Der Default-Pfad des Pakets lädt sie von
cdn.mezon.ai;assetConfig.cdnUrlwird auf das eigene Deployment gezeigt. getUserMedia:noiseSuppression: false(sonst arbeiten Browser-Filter und Modell gegeneinander),echoCancellation: true.
Gemessene Grundlage (Prototyp 2026-08-15)
| Wirkung | Tastatur weg, Stimme natürlich — bei 35 % |
| Download je Client | 23,27 MB (15,66 MB wasm + 7,61 MB Modell) |
| Vergleich RNNoise | 2,0–4,6 MB, also ~ein Zehntel |
| Paketpflege | 20 Versionen, 4 Maintainer, ~20k Downloads/Monat |
| CDN-freier Betrieb | im Prototyp nachgewiesen |
Konsequenzen
- Kein Rust/wasm-Build. Die Spezifikation hielt ihn für nötig; das fertige Paket macht ihn
entbehrlich. Die Fork-Anpassung bleibt dadurch klein: Abhängigkeit,
TrackProcessor, Bedienelement, Assets in der Auslieferung. - Kein Dry/Wet-Mixer, kein Delay-Node. Da über den Modellparameter geregelt wird, gibt es keinen zweiten Signalpfad — und damit weder Phasenauslöschung noch Latenzkompensation.
- 23,3 MB gehören ins Deployment. Sie müssen mit ausgeliefert werden (Image/Ingress) und wachsen bei einem Modell-Update mit.
- Dauerhafte Fork-Anpassung. Sie muss jeden Upstream-Rebase überleben und gehört in
axion1337-fork.mdsamt Portier-Hinweis. - ⚠️ Mobil ist ungeprüft. Der Telefontest wurde bewusst ausgesetzt. Weil der Filter opt-in ist, ist das vertretbar: Auf schwachen Geräten bleibt er schlicht aus. Zeigt sich später, dass er dort unbrauchbar ist, ist das ein Folge-Issue, kein Widerruf dieser Entscheidung.
- Neue Lieferkette. Ein npm-Paket eines Drittanbieters liefert Code, der WebAssembly lädt. Die Assets kontrollieren wir (selbst gehostet); der 23-KB-Wrapper bleibt Fremdcode. Vendoring wäre möglich und wurde bewusst nicht gewählt — dann müssten wir Updates selbst nachziehen.
Verworfene Alternativen
- Push-to-Talk / bewusstes Stummschalten dokumentieren: billigste Lösung, aber ein Rückschritt gegenüber dem, was Konferenzsysteme heute leisten. Ausdrücklich verworfen.
- RNNoise statt DFN3: ein Zehntel der Größe, aber konzeptionell schwach bei genau den transienten Geräuschen, die das Problem sind.
- Server-seitige ML-Filterung: bereits in
axion1337-fork.md§5 verworfen — LiveKit bietet keinen unterstützten Weg, bereinigtes Audio an andere Teilnehmer weiterzugeben. - Standardmäßig AN: beste Wirkung ohne Zutun, aber jeder Client lädt 23 MB — auch auf Telefonen, die ungetestet sind.
- Dry/Wet-Mix als Regler (Vorschlag der Spezifikation): mischt ungefiltertes Signal zurück, inklusive der Tastaturanschläge, und braucht eine Latenzkompensation, die im Spec-Entwurf fehlte. Der native Modellparameter leistet dasselbe ohne diese Nachteile.
- Assets vom Anbieter-CDN laden: würde bei jedem Call-Start die IP jedes Teilnehmers an einen Dritten melden und die Verfügbarkeit an fremde Infrastruktur hängen.