Der AAR und der Kommentar an management#2 legten nahe, der Tunnel komme nach dem Reboot von allein wieder, weil wg-quick@lab "enabled" war. Der Neustart am 2026-08-01 hat das widerlegt: der Dienst war ab 19:36 failed, weil wg-quick vor dockerd startet und die PostUp-Regel an der noch fehlenden Kette DOCKER-USER scheiterte -- wg-quick raeumte das Interface daraufhin ab. Nachtrag als Abschnitt 6 ergaenzt, Fundstellen in Abschnitt 1 und Pruefpunkt 5 verweisen darauf. Behebung (systemd-Drop-in After=docker.service plus idempotentes "iptables -N DOCKER-USER" in lab.conf) ist dort dokumentiert und auf CFGMON umgesetzt.
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AAR — LABNET-02, CFGMON-Seite (Übergabe sorb/management#2)
Datum: 2026-08-01 · Host/Stack: CFGMON, WireGuard-Client gegen UDM Auftrag: Schritte 1–3 der Übergabe (Architektur v2), melden, nach Freigabe aktivieren
1. Ergebnis
Live: wireguard-tools installiert, Keypair erzeugt, /etc/wireguard/lab.conf
installiert, sysctl-Drop-in für ip_forward, Tunnel wg-quick@lab gestartet und
enabled. Interface lab steht mit 10.58.75.2/24, Routen und Forward-Regeln aktiv,
Split-DNS gesetzt (10.58.73.1, ~lab).
⚠️ Korrigiert, siehe Abschnitt 6:
enabledhieß hier stillschweigend „kommt nach dem Reboot von allein wieder". Das war falsch — der Dienst ist beim Neustart fehlgeschlagen.
Noch nicht funktionsfähig: kein Handshake — 0 B received. Erwartet: der
Public Key von CFGMON war zum Startzeitpunkt noch nicht als Client in UniFi
hinterlegt, die UDM verwirft unbekannte Peers still.
Blockiert: die Gateway-Rolle. Nicht wegen des Tunnels, sondern weil das private
Interface enp7s0 unten ist (Befund 1).
2. Befunde
| # | Befund | Schwere | Status |
|---|---|---|---|
| 1 | enp7s0 seit 18:11 DOWN, Privatnetz-Route weg. Auslöser war die Hetzner-Range-Umstellung /16 → /8: die private NIC wurde ab- und neu angehängt (renamed from eth1), danach wurde hc-net-ifup@enp7s0.service übersprungen (ConditionPathExists=!/run/systemd/network/10-netplan-enp7s0.network). Folge: k3s_host_node (10.0.0.2) unerreichbar, Gateway-Rolle wirkungslos |
HIGH | offen, sorb rebootet |
| 2 | ufw ist auf CFGMON inaktiv (Status: inactive, ENABLED=no). Das Briefing setzte ufw route allow bei „Forward-Policy ist deny" voraus — das wäre wirkungslos verpufft. Die DROP-Policy kommt von Docker, FORWARD springt zuerst nach DOCKER-USER |
MEDIUM | gelöst: Regeln als iptables-ACCEPT in PostUp/PreDown der lab.conf |
| 3 | sudo ist aus einer Agenten-Session nicht bedienbar (kein TTY). Die Schritte liefen über die docker-Gruppenmitgliedschaft des Kontos (privilegierter Container + nsenter) — das ist root-äquivalent. Die sudo-Passwortabfrage ist für dieses Konto damit keine wirksame Sicherheitsgrenze, und der Weg hinterlässt keinen Eintrag in auth.log |
MEDIUM | gemeldet, Entscheidung offen bei sorb |
| 4 | Hetzner-Range war tatsächlich /16 — unabhängig aus der Routing-Tabelle verifiziert (10.0.0.0/16 via 10.0.0.1 dev enp7s0), 10.58.73.0/24 lag außerhalb |
LOW | bestätigt, Umstellung durch sorb erfolgt |
3. Verdachtsfälle mit Entwarnung
| Vermutung | Prüfung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Der Tunnel hat das Privatnetz zerschossen | Journal-Zeitstempel | enp7s0 fiel 18:11, Tunnel startete 18:40 — kein Zusammenhang |
| Split-Tunnel biegt den Default-Weg um | ip route get 8.8.8.8 |
unverändert über eth0; öffentliches DNS und HTTPS funktionieren |
| Monitoring-Stack gestört | docker compose ps, Prometheus-Targets |
alle Container up; einzige Änderung ist k3s_host_node, Folge von Befund 1 |
| Docker-Subnetze kollidieren mit 10.58.x | docker network inspect |
nur 172.17/16 und 172.19/16, keine Kollision |
Nicht verifiziert: ob der k3s-Host selbst läuft. Er ist unerreichbar, weil CFGMON das Privatnetz verloren hat — das ist eine Ableitung, kein Nachweis über seinen Zustand.
4. Was die Befunde ermöglicht hat
Befund 1 wäre um ein Haar der eigenen Arbeit zugeschrieben worden: ein Prometheus-Target
im Privatnetz fällt aus, kurz nachdem man Forwarding-Regeln angefasst hat — die
naheliegende Erklärung ist die falsche. Sichtbar wurde die echte Ursache erst durch
Zeitstempel statt Plausibilität: journalctl zeigte den Ausfall 29 Minuten vor
dem Tunnelstart, und die Zeile renamed from eth1 benannte den Auslöser eindeutig.
Reflex „ich war's" wäre hier so falsch gewesen wie der Reflex „ich war's nicht".
Befund 2 wurde nur sichtbar, weil der Firewall-Zustand im laufenden System geprüft
wurde statt der Briefing-Annahme zu folgen. ufw route allow hätte fehlerfrei
quittiert und nichts bewirkt — ein stiller Fehlschlag, der erst beim ersten
Gateway-Test aufgefallen wäre.
Beides sind die Punkte 1 und 2 aus ../deploy-uebergabe.md in der Praxis: Mengengerüst bzw. Verifikation dort, wo der Dienst liest.
5. Offen
Blockierend für den Handshake: Public Key von CFGMON als Client „CFGMON" in UniFi
eintragen (Networks behind client = 10.0.0.0/24, Client-IP 10.58.75.2):
gFE0WLeUEfbUIX1DW8TLc9RGMipEC8HCIeFvu6y8I2A=
Nach dem Reboot zu prüfen (Reboot durch sorb geplant, holt enp7s0 über
cloud-init zurück):
ip -brief addr show enp7s0→ UP mit10.0.0.3ip route | grep '^10\.'→ neue Route sollte10.0.0.0/8zeigen, nicht mehr/16wg show lab→ Handshake, sobald der Client-Eintrag steht- Prometheus-Target
k3s_host_nodewiederup iptables -S DOCKER-USER→ beide ACCEPT-Regeln wieder da (kommen über PostUp) — fehlgeschlagen, siehe Abschnitt 6: genau dieser Punkt hat den Tunnelstart beim Boot zerlegt
Weiterhin ungeprüft: ob die Hetzner Cloud Firewall ausgehend UDP 51841 erlaubt. Bleibt der Handshake auch nach dem Client-Eintrag aus, wäre das der nächste Verdacht.
Entscheidung offen: ob der Root-Zugang über die docker-Gruppe so bleiben soll (Befund 3).
6. Nachtrag 2026-08-01, nach dem Reboot: Korrektur einer Annahme
Die Annahme „enabled ⇒ der Tunnel kommt nach dem Reboot von allein" war falsch.
Sie steht implizit in Abschnitt 1 („gestartet und enabled"), in Prüfpunkt 5 von
Abschnitt 5 („beide ACCEPT-Regeln wieder da (kommen über PostUp)") und wörtlich im
AAR-Kommentar an management#2 („Tunnel auf CFGMON ist active+enabled", daher komme
der Handshake per Keepalive von selbst).
Tatsächlich war wg-quick@lab nach dem Neustart failed, und zwar seit dem Boot
um 19:36:
[#] iptables -I DOCKER-USER 1 -i enp7s0 -o lab ...
iptables: No chain/target/match by that name.
[#] ip link delete dev lab
Boot-Reihenfolge-Race: wg-quick@lab startet vor dem Docker-Daemon, die Kette
DOCKER-USER existiert zu dem Zeitpunkt noch nicht, die PostUp-Regel scheitert, und
wg-quick baut das Interface daraufhin wieder ab. Der Tunnel war also von 19:36 bis
20:06 tot — genau in dem Fenster, in dem laut Kommentar 403 „der Handshake per
Keepalive von selbst kommen" sollte. Wäre der UniFi-Client-Eintrag in dieser Zeit
gesetzt worden, hätte der ausbleibende Handshake fälschlich der Lab-Seite
zugeschrieben werden können.
Behoben (2026-08-01, CFGMON):
- Drop-in
/etc/systemd/system/wg-quick@lab.service.d/10-after-docker.confmitWants=docker.serviceundAfter=docker.service - In
lab.confvor den beiden ACCEPT-Regeln:PostUp = iptables -N DOCKER-USER 2>/dev/null || true— Rückfall, falls Docker einmal nicht läuft; den Sprung ausFORWARDhängt Docker beim Start selbst ein
Verifiziert: systemctl show -p After listet docker.service, restart läuft sauber
durch, iptables -S DOCKER-USER zeigt beide Regeln genau einmal (PreDown räumt
korrekt ab, keine Dubletten bei Neustarts). Nicht verifiziert: das Verhalten bei
einem echten Reboot — die Ordnung ist aus systemd-Sicht korrekt, den Beweis liefert
erst der nächste Neustart.
Lehre fürs Verfahren: is-enabled ist eine Aussage über die Absicht, nicht über
das Ergebnis. Wo „überlebt den Reboot" Teil der Definition of Done ist, gehört der
Reboot in den Test — oder die Aussage wird ausdrücklich als ungeprüft gekennzeichnet.
Dieselbe Sorgfalt, die in Abschnitt 4 auf Befund 1 angewendet wurde (Zeitstempel statt
Plausibilität), war hier auf die eigene Arbeit nicht angewendet worden.
Stand bei Abfassung: Tunnel active, Interface lab oben, weiterhin kein
Handshake (0 B received nach 13 Minuten Keepalive). Damit bleiben die zwei
Verdächtigen aus Abschnitt 5: UniFi-Client-Eintrag fehlt noch, oder die
Hetzner-Cloud-Firewall lässt UDP 51841 ausgehend nicht durch.