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management/docs/issues/0099-threadnet-web-12-upstream-sicherheitsfixes-lassen-sich-nicht-m.md
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type: issue
id: "0099"
status: open
created: 2026-08-06
milestone: M1
priority: medium
projekt: threadnet-web
gitlab_iid: "12"
related: []
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# Upstream-Sicherheitsfixes lassen sich nicht mergen — kein gemeinsamer Vorfahre
> Adoptiert aus [threadnet-web#12](https://git.lab/axion1337.chat/ThreadNet-Web/-/issues/12) (2026-08-18, ADR-0019). Kommentare und Verlauf bleiben dort; kanonisch ist ab jetzt diese Datei.
Am 2026-08-06 gemessen (`docs/axion1337-fork.md`, Abschnitt 4): **Dieses Repo hat keine Upstream-Historie.** Element Web 1.12.17 kam am 2026-05-10 als kompletter Baum herein — in `3da3635`, im selben Commit wie das erste eigene Feature.
Damit gibt es **keinen gemeinsamen Vorfahren mit `element-hq/element-web`**. `git merge upstream/develop` ist nicht möglich; erzwungen kollidiert praktisch jede Datei.
## Warum das ein Sicherheitsthema ist, kein Build-Thema
Element veröffentlicht Sicherheitsfixes als neue Version. Bei einem normalen Fork zieht man sie mit einem Merge. Bei uns bedeutet dasselbe: neuen Upstream-Stand beschaffen und **unsere 12 Patches von Hand neu auftragen** — davon sieben in der Medien-Pipeline, wo Element gerade auf MVVM umbaut.
Das ergibt eine unangenehme Kette mit gitops#22 (Advisory-Monitoring): Wir würden von einer Lücke erfahren und wären trotzdem langsam. Die Zeitspanne zwischen „bekannt" und „gepatcht" ist das, was zählt — und sie ist hier strukturell zu lang.
⚠️ Verschärfend: Verschiebt Element beim MVVM-Umbau eine der `viewmodels/`-Dateien, entsteht **kein Konflikt** — unsere Zeilen sind schlicht weg, und Git meldet nichts.
## Was zu tun ist
1. **Zuerst messen, nicht bauen:** Auf welchem Stand ist Upstream inzwischen, und sind seit 1.12.17 Sicherheitsfixes für Element Web erschienen? Das beantwortet, ob das dringend ist oder Vorsorge.
2. `element-hq/element-web` als zweiten Remote aufnehmen und den Tag von 1.12.17 holen. Damit lässt sich ein Update wenigstens **als Diff** betrachten, statt blind zu kopieren.
3. Prüfen, ob sich ein gemeinsamer Vorfahre nachträglich herstellen lässt — ein Graft/Replace des Import-Commits auf den passenden Upstream-Tag. Wenn das trägt, sind künftige Updates wieder ein Merge.
4. Falls nicht: einen Ablauf schreiben, wie unsere 12 Patches auf einen neuen Stand aufgetragen werden — mit dem Funktionstest für ClamAV als Abnahme (verschlüsselte Datei senden, abgelehnte empfangen).
Zusammenhang: gitops#22 (Advisory-Monitoring) ist die Erkennung, dieses Issue die Reaktionsfähigkeit. Das eine nützt wenig ohne das andere.
*Gefunden am 2026-08-06 beim Vermessen der Merge-Reibung (Arbeitspaket 3 aus #7).*
## Schritt 1 beantwortet 2026-08-19 — es ist keine Vorsorge mehr
Das Issue verlangt ausdrücklich „zuerst messen, nicht bauen". Gemessen:
**Wir sind neun Veröffentlichungen zurück.** Import war Element Web **1.12.17**
(2026-05-10); Upstream steht bei **v1.12.26** (2026-08-18).
**Und es gibt eine offene Sicherheitsmeldung, die uns betrifft:**
| | |
|---|---|
| Advisory | `GHSA-wrcp-5v3v-3j6v` |
| veröffentlicht | **2026-07-20** (vier Wochen offen) |
| Einstufung | medium |
| Inhalt | Ein bösartiger Homeserver kann über die Startseite HTML in Element Web einschleusen |
| betroffen | **< v1.12.22** — wir laufen 1.12.17 |
Die übrigen fünf Advisories im Projekt betreffen ältere Stände (≤ 1.11.x) und damit
nicht uns.
### Einordnung — real, aber schmal
Der Angriff setzt voraus, dass der Client auf einen **bösartigen Homeserver** zeigt.
Unsere Nutzer verwenden ihn gegen den eigenen Server, und Föderation ist seit
[ADR-0021](../adr/0021-foederation-geschlossen.md) geschlossen.
**Aber die Voraussetzung ist erreichbar:** `disable_custom_urls` ist in
`element-values.yaml` **nicht gesetzt**, Element erlaubt damit standardmäßig die
Eingabe eines beliebigen Homeservers — und die Desktop-Builds werden verteilt. Wer
sich mit unserem Client woanders anmeldet, ist ungeschützt.
### Was daraus folgt
Die Antwort auf „dringend oder Vorsorge" lautet: **weder Panik noch Vorsorge, sondern
überfällig.** Ein Fork ohne Merge-Weg hat vier Wochen gebraucht, um eine bekannte
Lücke *nicht* zu schließen — genau die Zeitspanne, die dieses Issue als das
eigentliche Problem benennt.
**Sofort möglich, unabhängig vom Merge-Problem:** `disable_custom_urls: true` setzen.
Das nimmt dem Advisory für unsere Nutzer die Voraussetzung, kostet eine Zeile und
berührt die Fork-Frage nicht. Ob fremde Homeserver überhaupt erlaubt sein sollen, ist
ohnehin eine eigene Entscheidung — bei geschlossener Föderation liegt „nein" nahe.
Schritte 24 (Upstream als Remote, Graft-Versuch, Patch-Auftragsverfahren) bleiben
offen; sie sind der eigentliche Umfang dieses Issues.
## Teilmaßnahme 2026-08-19 — `disable_custom_urls` an beiden Stellen
Entscheidung sorb. Gesetzt in **zwei** Dateien, nicht in einer:
| Ort | Datei | Commit | wirksam |
|---|---|---|---|
| Web-Client | `gitops:apps/production/custom-configs/element-values.yaml` | `d809b3f` | mit dem Flux-Abgleich (Element liest `config.json` beim Laden) |
| Desktop-Client | `ThreadNet-Web:apps/desktop/axion1337/config.json` | `e1e9a19` | **erst mit dem nächsten Desktop-Build** |
Die zweite Stelle wäre fast durchgerutscht: Der Desktop-Client lädt seine **eigene**
`config.json`, nicht die des Web-Deployments — derselbe Fallstrick wie beim
Themes-Rollout. Eine Änderung nur in `element-values.yaml` hätte den Web-Client
abgesichert und genau die Builds unberührt gelassen, die verteilt werden.
### Was sie bewirkt — und was nicht
Im Code unserer Fassung nachgelesen, nicht angenommen:
- `ServerPicker.tsx`: Der **„Bearbeiten"-Knopf am Servernamen wird nicht gerendert**.
Über die Oberfläche ist der Homeserver damit nicht mehr wechselbar.
- `ErrorUtils.tsx`: Bei 401/403 benennt die Fehlermeldung den Server, statt generisch
zu bleiben — kleiner Nebengewinn für den Alltag.
⚠️ **Es ist eine Oberflächen-Sperre, keine technische.** `MatrixChat.tsx` übernimmt
`hs_url` weiterhin aus der URL — in zwei Registrierungs-Flüssen (mobile Registrierung,
Bestätigungslink) und **ohne** `disable_custom_urls` zu prüfen. Ein präparierter Link
bleibt davon unberührt.
**Für `GHSA-wrcp-5v3v-3j6v` heißt das:** Der bequeme, sichtbare Weg zu einem fremden
Homeserver ist weg, alle Wege sind es nicht. Die Maßnahme senkt die Wahrscheinlichkeit,
dass jemand versehentlich oder auf Zuruf woanders landet — sie ist **kein Ersatz** für
das Upstream-Update. Das bleibt Schritt 24 dieses Issues.