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management/docs/sources/protokolle/protokoll-2026-08-11-apo-call-diagnose.md
T
Thore Cimbal f3417a4b24 docs: capture session knowledge not yet in the repo
Externalises what this session held that the migrated repo did not:

- vision/threadnet.md: the three capabilities that justify the forks beyond
  rebranding (AV scanning into encrypted rooms, call-quality defaults with a
  client-side-only privacy line, expiring guest access via @concierge).
- issue 0043 (M5): case-insensitive uniqueness in the matrix-invitation prompt
  stage — the open residual of ADR-0011.
- issue 0044 (M5): auto-restart consumers on SOPS values-secret change — the
  footgun behind the on_conflict fix sitting inactive until a manual restart.
- issue 0045 (M1): report_event.admin_message_md unset — content reports
  dead-end with no contact path (verified still open against live config).
- sources/protokolle: the raw apo-call diagnosis history, including the four
  ruled-out hypotheses and the harmful DB write, as the source behind the AAR.

STATUS.md regenerated (M5 appears for the first time). validate, gen_status
--check, upstream_drift and pruefe_prosa all green in the CI image.
2026-08-11 12:00:00 +00:00

78 lines
4.2 KiB
Markdown

# Protokoll — Diagnose „@apo kann nicht telefonieren" (2026-08-11)
Rohes Verlaufsprotokoll der Fehlersuche, als Quelle zum AAR
[docs/aar/2026-08-11-apo-calls-profile-zeile.md](../../aar/2026-08-11-apo-calls-profile-zeile.md).
Der AAR verdichtet zu Befund und Lehre; dieses Protokoll hält die tatsächliche
Reihenfolge fest — **inklusive der Irrwege**, weil die Frage „wie konnte sich die
Diagnose so lange verlaufen?" nur am ungekürzten Weg zu beantworten ist.
## Ausgangslage
`@apo` konnte sich anmelden und schreiben, aber kein Call kam zustande. Dem
vorausgegangen war ein längerer Vorgang mit mehreren manuellen Eingriffen an
`@apo`s Konto, die das Problem nicht gelöst hatten — darunter ein selbst
ausgedachter, in die MAS-Produktions-DB geschriebener `sub`-Wert und das Beenden
aller Sitzungen. Diese Eingriffe waren real schädlich und haben Vertrauen und Zeit
gekostet; sie sind der Grund, warum der Nutzer auf strukturiertem Vorgehen bestand.
## Die vier Irrwege (jeder an einer Messung gescheitert)
1. **Fehlende Cross-Signing-Verifikation.** Entkräftet: `sorb`/`clark` haben
ebenfalls keine und telefonieren.
2. **Kaputter Browser-/Client-Zustand.** Entkräftet: ein frischer Client zeigte
dasselbe Verhalten → an das Konto gebunden, nicht an den lokalen Zustand.
3. **Safari-Spezifik.** Zurückgezogen.
4. **MAS↔Synapse-Geräte-Desync.** Entkräftet: beide Seiten kannten dieselben drei
Geräte.
Das Muster war der eigentliche Fehler: aus dem, was serverseitig sichtbar war,
wurde wiederholt auf eine Ursache geschlossen, ohne sie an einem funktionierenden
Konto gegenzuprüfen. Der teuerste Einzelfall war der erfundene `sub`-Wert —
`clark` hätte die Formel sofort widerlegt, wäre sie vor dem Schreiben geprüft
worden.
## Die Kette, die zum Fund führte
1. **Vergleich statt Einzelbetrachtung.** `open_id_tokens` über *alle* aktiven
Nutzer abgefragt: `@apo` = 0, alle anderen zweistellig+. Damit war klar: der
Call-Pfad scheitert für `@apo` am allerersten Schritt (kein OpenID-Token).
2. **Confounder entfernt.** Der Testraum war **unverschlüsselt** — Krypto/
Cross-Signing damit in einem Schritt raus (der ganze Block „18 Pseudo-Geräte
aus 6 Resets" war eine Sackgasse).
3. **Live-Mitschnitt beim echten Call-Klick.** Ergebnis: *nichts* — kein
`openid/request_token`, kein `call.member`-Event. Beides erzeugt das
Element-Call-Widget-iframe; beide fehlten → das iframe wird nie aktiv.
4. **Der Nutzer-Hinweis „Anzeigename konnte nicht gesetzt werden"** lieferte den
500er mit vollständigem Stacktrace: `TypeError: 'NoneType' object is not
subscriptable` in `_check_profile_size`.
5. **Der Kontext-Hinweis des Nutzers** — „`apo` ist ein Konto von vor der
Authentik-Integration" — drehte die Suche von „angesammelter Müll" auf
„Provisionierungs-Lücke".
## Grundursache und Fix
`@apo` fehlte die Zeile in Synapses `profiles`-Tabelle (Deaktivieren löscht das
Profil, Reaktivieren legt es nicht neu an; `@apo` ging durch sechs Resets).
Fehlende Zeile → jeder Displayname-Schreibvorgang crasht → kein Displayname →
Element-Call-Widget initialisiert nie → kein OpenID-Token, kein Call. Fix: die
fehlende Registrierungs-Default-Zeile per `INSERT` nachgetragen, an `clark`/
`calltest01` gegengeprüft. Danach: Displayname setzbar, `open_id_tokens` 0→6, Call
verifiziert. `@apo` war der einzige betroffene lebende Nutzer.
## Nebenstrang: die Sicherheitslücke
Beim Anlegen des Testkontos entstand die case-sensitive Dublette `boje`/`Boje`.
Der Faden führte zu einem Kontoübernahme-Vektor: MAS stand auf
`on_conflict: add` und hätte kollidierende Localparts an bestehende Konten
verknüpft. Fix `on_conflict: fail` (ADR-0011), erst nach MAS-Neustart aktiv —
was die zweite Lehre lieferte: eine SOPS-Secret-Änderung startet den Dienst nicht
neu.
## Was das Protokoll dem AAR voraushat
Der AAR nennt die Lehren; dieses Protokoll zeigt, dass sie **teuer erkauft** waren:
vier eingesammelte Hypothesen und ein schädlicher DB-Schreib gingen dem einen
`open_id_tokens`-Vergleich voraus, der die Sache in Minuten entschied. Die Lehre
„erst vergleichen, dann schreiben" steht im AAR als Satz — hier steht, warum sie
einen Satz wert ist.